Kirsten Hüttemann

Kirsten Hüttemann
Kirsten Hüttemann

Geboren 1967 in Ostwestfalen

Nach 2 Jahren mit Lippischer Leberwurst und Pickert erfolgte ein Perspektivwechsel.

Aufgewachsen in Münster

In der Grundschulzeit war die Welt noch in Ordnung, später dann das zähe Ringen mit der weiterführenden Schule. Wer mehr gelitten hat, meine Lehrer oder ich, lässt sich vom heutigen Standpunkt aus schwer sagen.

Studium der Biologie und Geografie

Groß geworden mit den Fernsehsendungen von Bernhard Grzimek und Heinz Sielmann, träumte ich als Kind davon Heldentaten zu vollbringen, Tiere zu filmen und Großes zu entdecken. Beim Anblick einer Weltkarte entwickelte ich die Theorie der Kontinentalverschiebung. Meine Enttäuschung war maßlos, als mein Vater mir eröffnete, dass ich damit zu spät kam und Alfred Wegener rund 60 Jahre schneller war.

Krisensicherer Job als Berufsbesserwisser

Die Lust daran zu entdecken, zu begreifen, großen und kleinen Wundern auf die Spur zu kommen, war mir trotz Schule und Studium nicht zu nehmen. Am zweiten Bildungsweg in einer Stadt am Rande des Ruhrgebiets, versuche ich wenigstens einen kleinen Teil davon an andere abzugeben. An den vielen guten Tagen denke ich, es gelingt mir, an den seltenen weniger guten Tagen tröste ich mich damit, dass ich einfach jung war und das Geld brauchte. Die Fotografie ist ein guter Ausgleich für die schlechten Tage. Fotoexkursionen und anschließende Ausstellungen mit Studierenden zeigen, welche großartigen Sichtweisen und Bilder in all unseren Köpfen stecken.

Ausrüstung

In Kindertagen produzierte ich Unmengen grandioser Kunstwerke mit Buntstift und Wasserfarbe und machte meine ersten Experimente mit diesen unglaublich stinkenden Blitzwürfelkisten der 70er Jahre. Später in den 80ern haben wir, dann schon zu zweit, Aufnahmen mit Kleinbild- und Spiegelreflexkamera im eigenen Fotolabor im Bad zwischen Wanne und Toilette produziert. Inzwischen sind wir gemeinsam digital unterwegs.


Auch wenn die Nikon von heute nicht mehr dasselbe lieb gewonnene Auslösegeräusch wie die analoge Variante der 80er Jahre macht, bin ich Nikon treu geblieben. Die D80 ist erschwinglich, praktisch, hat eine angenehme Größe und setzt Gesehenes hervorragend um. Es muss nicht das dickste Modell mit dem größten Rohr davor sein und ein Rollkoffer voller Ausrüstung macht noch lange keine guten Bilder.


Gute Bilder sind für mich diejenigen, die wie früher auch, ohne große Bearbeitungskunststücke auskommen. Ein bisschen Beschnitt, kürzere/längere Belichtung oder eventuell ein leichtes Abwedeln im Labor, mussten damals reichen. Ich bin der Ansicht, dass das heute nicht anders sein sollte.

Die Regler eines Bildbearbeitungsprogramms verschieben kann jeder Depp. Nicht alles was diesbezüglich machbar ist, ist auch gut.


Das Kunststück besteht vielmehr darin Aufnahmen zu machen, die im Auge des Betrachters und im Hirn dahinter, nachhaltig wirken.

Kirsten Hüttemann

  30.01.2013